Der Westen 02.05.2011

 

Konzert

Gänsehaut bei “Swingin´Stories”

Neuenrade. 02.05.2011, Udo Schnücker

Neuenrade. “Swingin´stories” waren am Sonntag in der Villa am Wall zu Hören. Garant für diese auf höchstem Niveau stehenden Musikgeschichten war das Jazztrio HOTZ & Co.  Was die drei Profis aus den goldenen Zeiten des Swing boten, jagte dem fast erlauchten Zuhörerkreis wohlige Schauer über den Rücken.

Der Essener Kontrabassist Norbert Hotz hat mit dem Pianisten Rainer Lipski und dem Schlagzeuger Matthias Rumpf eine Idealbesetzung gefunden. Das Trio intoniert nicht nur den guten alten Swing, es verleiht dieser wohl bekanntesten Jazzart eine unglaublich hohe musikalische Lebendigkeit.

Perfektes Zusammenspiel

Das Zusammenspiel ist perfekt, der Blickkontakt reicht zur Abstimmung und die Improvisationen lassen den Spielraum, den Jazzer benötigen, um ihre eigene musikalische Kreativität vorzutragen. Wer auch immer von dem Trio zum Chorus ansetzt, es swingt.

Spätestens mit der Jazznummer “It don´t mean a thing” lassen HOTZ & Co. ihr Publikum an den “Swingin´stories” teilhaben, der swingende Musikkontakt ist eine Art Verbindung zwischen Zuhörern und Musikern, das Trio überzeugt als Einheit. Pianist Rainer Lipski glänzt mit satten Harmonien, seine Improvisationen kommen fließend, spielerisch agiert er auf den Tasten. Matthias Rumpf sorgt für den mitreißenden Rhythmus. Fast sparsam seine Musikgeräte, ihm reichen eine mittelgroße Snare drum, eine etwas größere Fußtrommel und ein Becken, die er virtuos mit Schlagzeugbesen bearbeitet. Sein Rhythmusverständnis ist nicht zu überbieten, beim Vier-Vier-Taktspiel läuft er zur Höchstform auf. Das hohe Niveau des Trios vervollständigt Norbert Hotz. Seinem Kontrabass entlockt er herrliche Brummtöne, seine Improvisationen sind ideenreich, er überrascht durch Spontanität und ist durch augenzwinkerndes Moderieren so etwas wie das i-Tüpfelchen der Gruppe.

 

HOTZ & Co. hat in Duke Ellington einen Lieblingskomponisten. Die Werke des Altmeisters werden mit besonderer Jazzliebe vorgetragen, nicht immer originalgetreu, aber immer so, dass Jazzfreaks begeistert sind. Die “Swingin´stories” sind auch eine Reise durch altbekannte Jazznummern, das Publikum kennt diese wunderschönen Melodien, es mag sie. Wenn das gute alte “Sweet Geogia Brown” zu hören ist, dann schmelzen Jazzherzen. Den St. Louis Blues hat das Trio sogar einmal im amerikanischen St. Louis mit Steptänzern vorgetragen – und am Sonntag passte dieser klassische Blues prächtig ins Programm.

 

 

 

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