WAZ Herne 19.05.2015

HOTZ & Co. beschwören den Charme der Südstaaten

Publikum in der nahezu ausverkauften Alten Druckerei ließ sich von “Swingendem Jazz” des Trios verzaubern

Hotz & Co. verzauberten am Donnerstag die Besucher in der Alten Druckerei mit “Swingendem Jazz mit Verve und Esprit”. Sie sind ein phantastisches Ensemble, in dem jeder Musiker dennoch seine eigene Handschrift hat: Wenn Rainer Lipski am Flügel, Schlagzeuger Dirk Ferdinand und Kontrabassist und Moderator Norbert Hotz ihre minimalistischen und doch so raffinierten Arrangements spielen, entführen sie in die Welt des Ragtime und Swing der 20er und 30er Jahre. Klare Diktion gibt hier den Ton an, ungezwungen perlen die Noten, selbst die vertracktesten Rhythmen kommen mit ungezwungener Leichtigkeit daher. Im weichen, stimmungsvollen Licht der Alten Druckerei beschwören die Musiker mit Klassikern von Duke Ellington, Ray Charles, Stevie Wonder und Horace Silver den Charme und die Faszination der amerikanischen Südstaaten und ihres Zentrums New Orleans. Eine helle, unruhige Klaviermelodie perlt zu dezent akzentuierenden Drums, die den Swingcharakter von Ray Charles’ “Them That Got” hervortreten lassen. Den revolutionären Bebop greift das Trio mit “My Little Suede Shoes” von Charlie Parker auf; der ganze nostalgische Zauber des Swing wird in der Interpretation von Duke Ellingtons “In A Sentimental Mood” lebendig: Aus in sich kreisenden Klaviermotiven kristallisiert sich im dezidierten, minimalistischen Spiel von Rainer Lipski eine vor sich hin träumende Melodie heraus, die Schlagzeuger Dirk Ferdinand mit dezenten, lautmalerischen Drums unterstreicht. Eine musikalische Humoreske in peppigem Off-beat ist der Jazzstandard “Pennies From Heaven”, beschwingt und fetzig interpretieren die Musiker auch Horace Silvers “The Preacher”. In Duke Ellingtons “Don’t Get Around Much Anymore” wühlt sich Pianist Rainer Lipski mit verhaltener Leidenschaft in das umtriebig-swingende Thema hinein; auch in Stevie Wonders “Superstition” überzeugen Hotz & Co. mit ihrem hektisch-pulsierenden Sound, der die fiebrige Stimmung des Jazz so gut trifft.

von Konstanze Führlbeck

 

 

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